Foto: Svea Völker (KBS IGEL e.V.), Axel Theis (KBS IGEL e.V.), Anna Ossenbeck (Selbsthilfegruppe „Safe Space“) und Heidrun Heßlau (Frauenselbsthilfegruppe Diepholz)
Am 4. Februar 2026 findet der Weltkrebstag statt. Das Motto der dreijährigen Kampagne der Internationalen Vereinigung gegen Krebs (UICC) lautet „Gemeinsam. Einzigartig!“.
Zum Weltkrebstag stellt die Internationale Vereinigung gegen Krebs in diesem Jahr die Einzigartigkeit jedes Menschen mit einer Krebserkrankung in den Fokus.
Die Krebsberatungsstelle IGEL e.V. macht anlässlich des Weltkrebstages in diesem Jahr auf das Thema (Langzeit-)Überleben nach Krebs aufmerksam. Denn: Auch nach erfolgreich abgeschlossener Therapie stellt die Rückkehr in den Alltag viele Betroffene auch lange danach noch vor neue, teils unerwartete Herausforderungen. Dabei bedeutet das Leben nach einer Krebserkrankung häufig auch ein Leben mit Langzeit- und Spätfolgen.
Viele Krebspatienten und -patientinnen berichten nach abgeschlossener Therapie von körperlichen Folgen, wie etwa anhaltender Erschöpfung, körperlicher Schwäche oder chronischen Schmerzen. Neben körperlichen Einschränkungen berichten Ratsuchende der Beratungsstelle vor allem auch über psychische Belastungen wie der Angst, dass der Krebs zurückkehrt oder beispielsweise Schwierigkeiten bei der Rückkehr in den Beruf. Die medizinische Versorgung endet, das Umfeld erwartet Normalität – doch innerlich ist vieles noch ungeklärt. Bin ich wirklich gesund? Warum fühlt sich mein Körper anders an? Wie gehe ich mit der ständigen Unsicherheit um?
Für Krebspatienten gibt es in diesen Situationen die Möglichkeit, psychoonkologische Beratungen in Anspruch zu nehmen. Dabei geht es um mehr als psychische Entlastung. Auch Fragen zu sozialrechtlichen Ansprüchen, beruflicher Wiedereingliederung, weiterer Versorgungsangebote oder familiären Veränderungen spielen eine zentrale Rolle. Angehörige, die den langen Weg mitgegangen sind, können sich ebenfalls melden.
5 Millionen Menschen leben in Deutschland mit oder nach Krebs. Davon sind etwa 3,5 Millionen sogenannte „Langzeitüberlebende“. Sie leben schon länger als 5 Jahre mit der Diagnose Krebs. Auch bei uns in der Beratungsstelle melden sich viele Betroffene erst Monate oder Jahre nach der ersten Diagnose.
Auch wenn jede Erkrankung ganz individuelle Auswirkungen hat, verbindet Betroffene die Erfahrung einer Krebserkrankung. Die Krebsberatungsstelle IGEL e.V. hat dafür ein Angebot zur Begegnung und zum Austausch geschaffen: Das Offene Frühstück für Erkrankte und Angehörige, welches regelmäßig sowohl im Mehr-Generationen Haus in Barnstorf sowie in Stuhr-Brinkum stattfindet. Bereichert wird das Frühstück durch die Anwesenheit von LeiterInnen und TeilnehmerInnen von Selbsthilfegruppen. In Barnstorf nimmt regelmäßig die Frauenselbsthilfegruppe Diepholz und die junge Gruppe „Safe Space“ teil. Die Frauenselbsthilfegruppe aus dem Nordkreis begleitet unser Frühstück in Stuhr. Alle bringen ihre Erfahrungen, ihr Wissen und ihre Perspektiven mit. Das Zusammenspiel aus individueller Beratung und gemeinsamen Austausch spiegelt damit den Gedanken des Weltkrebstages wider. „Gemeinsam. Einzigartig!“ bedeutet hier: Ich bin mit meinen Fragen und Anliegen nicht alleine.