Die Diepholzer Kreiszeitung berichtet über Schwierigkeiten bei der Finanzierung der Krebsberatungsstelle IGEL e.V. Hier ein Auszug:

Bis 2019 war alles geregelt. Die Deutsche Krebshilfe (DKH) übernahm durch Spenden die Kosten für das Personal, der Landkreis Diepholz die Sachkosten. Für den Rest kam die Interessengemeinschaft ebenfalls mithilfe von Spenden auf. „Dann wurde beschlossen, dass eine solche Beratung nicht durch Spenden finanziert werden dürfe“, erläutert Theis. „Es sollte gesetzlich geregelt werden, denn der Krebsplan besagt, dass jeder Betroffene Zugang zu einer ambulanten psychoonkologischen Beratung haben muss“, sagt Theis. In einer Studie, an der 121 Beratungsstellen mitwirkten, wurde ermittelt, dass 30 bis 60 Prozent aller Krebspatienten eine so hohe Belastung erleben, dass sie Hilfe brauchen. „So trat 2020 ein neues Gesetz in Kraft, nachdem die Rentenversicherung 40  Prozent der Kosten übernehmen muss, ebenso wie der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherer, 15 Prozent gibt das Land und 5 Prozent der jeweilige Träger.“ Also eigentlich alles klar. Das Problem: Bisher zahlt der Träger, also der IGEL e.V. , 100 Prozent – denn von den anderen ist nichts gekommen. „Auch der Landkreis zahlt weiter und die DKH hat auf unsere Anfrage hin angekündigt, die Finanzierung für 2020 zu übernehmen“, berichtet Theis. Warum das Geld von den anderen Stellen ausbleibt, kann der Leiter der Beratungsstelle nur vermuten.

Nun hat sich zumindest der Spitzenverband gemeldet und Bedingungen auf Basis der Studie vorgelegt, die erfüllt werden müssen, damit Geld fließt. Eine davon besagt, dass 500 bis 800 Beratungen pro Jahr und pro Vollzeitstelle durchgeführt werden müssen. „2019 hatten wir 376 Beratungen, aber wir erwarten, dass es mehr werden, da wir seit 2017 jedes Jahr eine Steigerung um 30 Prozent hatten“, sagt Theis.

Wie die geforderte Quote zustande kommt, kann Theis ebenfalls nur vermuten. „Wir haben mal geschaut, wo die anderen Beratungsstellen angesiedelt sind. Dazu gehören Städte wie Magdeburg, Stuttgart oder Leipzig. Die haben natürlich eine viel größere Einwohnerdichte als wir.“ Noch in diesem Monat will er nach Berlin fahren, wo CDU-Bundestagsabgeordneter Axel Knoerig einen Termin mit den Staatssekretärinnen der Bundesministerien für Gesundheit und Arbeit vereinbaren möchte. „Die Quote muss an die örtlichen Gegebenheiten angepasst werden“, meint Theis. Aber es sei eine politische Entscheidung.

Und was, wenn sich nichts verändert? „Dann müssen wir Klinken putzen, damit mehr Menschen zu uns kommen oder mehr Spender gewinnen“, sagt Theis. Auf keinen Fall wolle man eine Wiederholung von 2016. Damals wurde die Finanzierung schon einmal gestoppt, zu einer Zeit, als zahlreiche Menschen die Hilfe in Anspruch nahmen. Die Beratungsstelle in Barnstorf wurde geschlossen und das Personal entlassen. 2017 wurde das Geld wieder bewilligt und 2018 öffneten die Stellen in Bassum und Syke.

„Es ist ein Erfolgsmodell“, sind sich Theis und Völker einig. „Für viele Betroffene ist es wichtig, mal mit jemandem außerhalb der Familie über ihre Gedanken und Gefühle sprechen zu können.“

Der vollständige Artikel ist hier nachzulesen: